Das Konzept

Seit 40 Jahren stehen Göttinger Gesamtschulen für eine umfassende, qualitativ hohe und über die Region hinaus anerkannte Schulbildung. 

Dem fühlt sich auch die Neue IGS Göttingen verpflichtet und greift daher in Göttingen bekannte und nachgefragte Elemente guter und gelingender Gesamtschule auf. Diese entwickeln wir weiter und ergänzen sie sinnvoll durch Ansätze weiterer innovativer und deutschlandweit anerkannter Leuchtturmschulen.

Daraus ergibt sich ein Konzept, das den Anspruch hat, Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, den Herausforderungen von morgen zu begegnen, ohne dass wir heute bereits genau wüssten, wie diese aussehen werden.

Elemente unserer Schule

In der täglichen Freiarbeitszeit Forschen & Übenwerden die SchülerInnen der Jahrgänge 5/6 von Beginn an auf eigenverantwortliches Lernen vorbereitet. Schneller lernende SchülerInnen haben die Möglichkeit, ein Thema aus dem Unterricht zu vertiefen oder eigene Interessen zu verfolgen. Andere können diese Zeit zur Übung oder Wiederholung wichtiger Inhalte nutzen.

In Experten- und Freiarbeitsräumen stehen Fachlehrer zur Unterstützung zur Verfügung.

Ab Jahrgang 7 bearbeiten die SchülerInnen in Lern-Büros festgelegte Pflichtbausteine sowie Wahlbausteine in den verschiedenen Fächern und dokumentieren ihre Arbeit in Logbüchern.

Sie arbeiten in ihrem Tempo, entscheiden selbst, woran und mit wem sie gerade arbeiten. Dabei haben die Tutoren den Lernstand ihrer Schüler ständig im Blick.

Jede Stammgruppe (Klasse) besteht aus mehreren Tischgruppen,

in denen die SchülerInnen über längere Zeit in allen Fächern gemeinsam arbeiten. Im Team lernen sie, ihre unterschiedlichen Stärken zur Bewältigung gemeinsamer Aufgaben sinnvoll zu nutzen.

Von Fach zu Fach, von Thema zu Thema können sich die Rollen ändern, denn kaum jemand ist überall stark oder überall schwach. Jede Stammgruppe wird langfristig von zwei Tutoren begleitet.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns wichtig. Dazu gehören für uns regelmäßige Tischgruppenabende und Lernentwicklungsgespräche mit gemeinsamen Zielvereinbarungen.

Ein besonderes Merkmal unserer Schule ist der wöchentliche Projekttag. Hier können sich die SchülerInnen über mehrere Wochen in ein Thema vertiefen. Einen Teil der Projekte gestalten wir in Kooperation mit Partnern in der Region.

Im 5./6. Jahrgang findet der Projekttag noch vorwiegend im Stammgruppenverband statt. Ab der Profilstufe finden sich Schülergruppen für eine Projektphase zu einem Oberthema in Interessen- und Arbeitsgemeinschaften zusammen.

Zu Beginn des 7. Jahrgangs durchlaufen alle Schüler das Stärkenseminar, an dessen Ende sie von Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft eine Rückmeldung zu ihren ganz persönlichen Stärken erhalten.

Im weiteren Verlauf der Profilstufe suchen sich alle SchülerInnen eine persönliche Herausforderung, der er sich gemeinsam mit anderen Schülern nach langfristiger Planung stellen wird.

Kein Sitzenbleiben und Berichte statt Noten

Schüler sollen an unserer Schule keine Angst haben, ständig ihre Fehler und ihr Versagen vor Augen gehalten zu bekommen. Stattdessen gilt es, sie in ihren Stärken zu loben und zu fordern und sie mit Blick auf ihre Schwächen zu unterstützen und zu ermutigen.

Konkret bedeutet dies für uns, dass alle Schüler bis zum Ende der Sekundarstufe I grundsätzlich in den nächsten Jahrgang vorrücken. Sitzenbleiben gibt es nicht. Bis zum Ende des achten Jahrgangs gibt es auch keine Noten.

Die Schüler erhalten stattdessen Lernentwicklungsberichte (LEBs), in denen ihnen ihre schulische und persönliche Entwicklung halbjährlich zurückgemeldet wird und die mit den Schülern und ihren Eltern gemeinsam besprochen werden.

Dabei wird sehr wohl auch Kritik geübt, jedoch immer mit dem Ziel eine gemeinsame Perspektive zu entwickeln. Gespeist werden die Lernentwicklungsberichte neben den Beobachtungen der Tutoren durch die Fachrückmeldungen der einzelnen Fachlehrer, die diese mindestens zweimal im Halbjahr für ihr Fach geben und die im Lernordner des Schülers gesammelt werden. Auch der zuvor von den Schülern als Reflektion des vergangenen Halbjahres geschriebene Schüler-LEB bildet eine wichtige Grundlage für den Lernentwicklungsbericht.